Mehrwertdienste und Servicerufnummern in Deutschland

VDE-Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer (Foto: AAL-ready.org)
Berlin, 24.01.2012 - Technische Assistenzsysteme können die zunehmenden gesellschaftlichen Belastungen des demografischen Wandels abfedern, indem sie älteren Menschen dabei helfen, bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes Leben im häuslichen Umfeld zu führen.
Mit altersgerechten technischen Assistenzsystemen (Ambient Assisted Living – AAL) lassen sich nicht nur Notfallsituationen erkennen und vermeiden. Mit einem effizienten Informations- und Prozessmanagement lassen sich beispielsweise auch die Früherkennung und die Prävention bei gesundheitlichen Problemen verbessern. Im weiteren Sinn ermöglicht eine systematische Informationsverarbeitung im AAL-Umfeld mehr Nachhaltigkeit, Technologieakzeptanz, Sicherheit, Robustheit, Anpassbarkeit und eine bessere Integration der Technik in vorhandene Strukturen.
Zu diesem Schluss kommt das neue Positionspapier „Von eingebetteten zu soziotechnischen System“, das von der Arbeitsgruppe IT der BMBF/VDE Innovationspartnerschaft AAL erarbeitet wurde.
Demnach fokussierte bislang die Forschungsförderung weit mehr auf der Sensor-Entwicklung als auf dem Informationsmanagement. Daraus resultierten zwar viele einzelne innovative Produkte, aber noch zu wenige innovative Prozesse. Um altersgerechten technischen Assistenzsystemen zum Durchbruch zu verhelfen, sollte laut den Experten nun das Gebiet des Informations- und Prozessmanagements von der Forschungsförderung verstärkt ins Visier genommen werden. Insbesondere die Themen Datenschutz, Nutzerschnittstellen, Gesundheitswesen, technische Aspekte und Betrieb sollten laut den Experten stärker in den Fokus der aktuellen Entwicklungen im Bereich AAL rücken. So seien im Bereich Datenschutz standardisierte Konzepte zu entwickeln, die regeln, welche Daten in welcher Situation das häusliche Umfeld verlassen und selektiv Dritten zugänglich gemacht werden dürfen. .
Hoher Forschungs- und Förderbedarf im Bereich IT für AAL
Um AAL-Effizienzpotenziale für das Gesundheitswesen zu nutzen, sind vor allem Breitbandverbindungen in jeden Haushalt, neuartige Roaming-Konzepte und eine verlässliche Qualität von Diensten sowie elektronische Akten für medizinische Informationen für jeden Bürger, die Abrechenbarkeit von telemedizinischen Leistungen und der konsequente Einsatz von medizinischen Standards auch in Forschungsprojekten erforderlich.
Bei den technischen Grundlagen für IT im AAL-Umfeld liegen die wesentlichen Herausforderungen in der Unterstützung einer vollständigen Kette der Informationsverarbeitung von der sensorischen Erfassung über Sensordatenfusion und die Rechenleistung bis hin zum Energieverbrauch und zur Betrachtung der Wirtschaftlichkeit der technischen Infrastruktur. Im Hinblick auf den Betrieb von AAL-Diensten muss dem Positionspapier zufolge von Anfang an sichergestellt werden, dass alle geschäftlichen Prozesse auch mit entsprechenden technischen Lösungen hinterlegt sind.
Das Potenzial, das die Ergänzung der AAL-Funktionalität um Informationssysteme und IT-Lösungen eröffnet, ist beachtlich. Da aber der Forschungs- und Förderbedarf so groß ist wie die Bandbreite an offenen Fragen, kann dieses Potenzial dem VDE-Positionspapier nach derzeit jedoch noch nicht voll ausgeschöpft werden. Umso wichtiger ist es, diesen Teilbereich nun mit hoher Priorität zu versehen, um die Chancen von altersgerechten technischen Assistenzsystemen für die reife Gesellschaft und für künftige deutsche Exporterfolge auf dem globalen Wachstumsmarkt zu nutzen. (rs)
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